Die 12 Leuchtgruben des Wirtschaftsministeriums

pwiwε CC-BY

Das Wirtschaftsministerium hat ein Strategiepapier namens „Digital Bavaria“ veröffentlicht. Enthalten sind Zielvorstellungen, wie Bayern am besten in das digitale Zeitalter zu führen sei. Man muss nicht genau hinsehen, um festzustellen, dass ‚Digital Bavaria‘ der wirtschaftspolitische Teil des unsäglichen ‚Bayern 3.0‘-Papiers der CSU ist, das uns vor einiger Zeit schon amüsierte.

Im Versuch, Bayern in das 21. Jahrhundert zu führen, sind im Strategiepapier seitenweise Strategien Buzzwordbingo-Vorlagen niedergeschrieben – gipfelnd in der Skizzierung von insgesamt 12 „Leuchttürmen“, die idealerweise mit ihrem Modellcharakter auf den Rest Bayerns ausstrahlen sollen. Grundlegende Probleme, wie beispielsweise der katastrophal verlaufende Breitbandausbau in der Fläche, werden als bereits gelöst einfach weggewischt. Und da könnte man wohl die eigentliche Strategie vermuten, denn die meisten Leuchttürme – und damit die Fördertöpfe – werden wohl in den Ballungsgebieten stehen. Für die ländlichen Gebiete soll die Strahlkraft dieser Türme dann genügen – man hat ja auch keine Änderung der Bayerischen Verfassung beschlossen, wonach man den gleichen Lebensbedingungen im ganzen Freistaat verpflichtet ist. Noch sind die Lebensbedingungen sehr ungleich und deshalb machen wir auch weiter wie bisher. Denn wenn wir ehrlich sind: Wen kümmerts schon, ob die Dorfgrundschule ordentliches Internet hat – solange wir die Wirtschaft in den Großstädten fördern können!

Wir haben uns gemeinsam durch die 60 Seiten FDP-Wunschvorstellungen gequält und ein paar der im Papier enthaltenen Highlights rausgepickt. In loser Folge werden wir hier – nach Leuchttürmengruben sortiert – das ‚Digital Bavaria‘-Papier auseinander nehmen. Enjoy!

Symbolbild pwiwεCC-BY

Hinweis: Dieser Kommentar wurde von Tina Lorenz geschrieben und stellt nicht notwendigerweise die Meinung des ganzen Landesverbandes dar. Alle Mitglieder können Kommentare über das entsprechende Formular bei der SG Digitale Medien einreichen.


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Tina Lorenz ist Theaterwissenschaftlerin, Mitautorin des Positionspapiers zur Kulturpolitik der bayerischen Piraten und seit 2012 Kulturbeauftragte der Piratenpartei Bayern.

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