Es wäre zum Lachen, wenn es nicht zum Heulen wäre.

ARD: Zwangszensiert im Netz

Eigentlich dachte ich, es könnte in der Medienpolitik und der Unabhängigkeit der öffentlich-rechtlichen Medien in Bayern voran gehen. So wanderte die Zuständigkeit endlich von der Staatskanzlei hin zu einem Ministerium: Die Wirtschaftsministerin ist in Zukunft für die Medienpolitik in Bayern zuständig.

Nun hat das Kabinett bekannt gegeben, wer in die einzelnen Kontrollgremien entsandt wird:

  • Fernsehrat des ZDF: Staatsminister Dr. Markus Söder
  • Medienrat der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien: Staatsministerin Ilse Aigner
  • Rundfunkrat des Bayerischen Rundfunks:Staatsministerin Christine Haderthauer
  • Hörfunkrat des DeutschlandRadio: Staatssekretär Franz-Josef Pschierer

Wir erinnern uns: Es ist nicht mal ein Jahr her, da hat die CSU es geschafft, mit Druck auf die Heute-Redaktion des ZDF Schlagzeilen zu produzieren. Schon damals waren die Reaktionen scheinheilig.

Jetzt hätte man die Konstruktionsfehler des Gremiums und die Ursache des damaligen Skandals anpacken und dafür sorgen können, dass eben nicht MinisterInnen oder deren Strategen für Öffentlichkeitsarbeit in die Gremien entsendet werden, sondern Menschen, die tatsächlich die Weiterentwicklung und den Fortbestand des öffentlichen Rundfunks im Auge haben.
Dann könnte eine Redaktion den Anruf eines Pressesprechers auch nicht mehr als Versuch werten, tatsächlich Einfluss auf die Berichterstattung des Senders zu nehmen. Die Piraten in NRW waren dazu in der Lage.

Leider hat sich die CSU dagegen entschieden. Zugegeben: Als Wahlgewinner fällt Umdenken traditionell schwer.

Symbolbild: kcuby-nc-sa

Hinweis: Dieser Kommentar wurde von Benjamin Stöcker geschrieben und stellt nicht notwendigerweise die Meinung des ganzen Landesverbandes dar. Alle Mitglieder können Kommentare über das entsprechende Formular bei der SG Digitale Medien einreichen.


Kommentare

2 Kommentare zu Es wäre zum Lachen, wenn es nicht zum Heulen wäre.

  1. Calico Jack schrieb am

    cooler Artikel aber eine vernünftige „Druckversion-„Funktion wäre für mich sinnvoller als alberne Facebook-Links – sorry

  2. Bergmann schrieb am

    Von Demokratie ist da nichts zu spüren. Statt geeignete Profis an diese wichtigen Stellen zu setzen, wieder Parteiklüngel!

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Benjamin Stöcker ist Stellvertretender Vorsitzender des Kreisverbandes Bamberg und beschäftigt sich mit Medienpolitik, Geschlechtergerechtigkeit, Demokratie und Digitalpolitik. <a target="_blank" href="http://twitter.com/einfachBen"><img style="display: inline;border: none;" class="alignnone size-full wp-image-2533" src="/files/2012/09/twitter.png" alt="" width="16" height="16" /></a><a target="_blank" href="http://www.facebook.com/stoeckerbenjamin"><img style="display: inline;border: none;" class="alignnone size-full wp-image-2532" src="/files/2012/09/facebook.png" alt="" width="16" height="16" /></a><a target="_blank" href="https://plus.google.com/100309800968884914829/posts"><img style="display: inline;border: none;" class="alignnone size-full wp-image-2534" src="/files/2012/09/google-plus.png" alt="" width="16" height="16" /></a><a target="_blank" href="http://benjamin-stoecker.de"><img style="display: inline;border: none;" class="alignnone size-full wp-image-2535" src="/files/2012/09/wordpress.png" alt="" width="16" height="16" /></a>

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