Drohnen unter und über uns

Jim Gordon - CC-BY

„Drohne“, welch harmlos klingender Begriff aus der Welt von Biene Maja für diese unbemannten Überwachungs- oder Tötungsflugmaschinen, je nachdem, ob mit oder ohne Waffen.

Uns Bürgern werden diese Geräte gerne als „Flugzeuge, die der Pilot fernsteuert“ (und damit in Sicherheit sitzt – wie schön), verkauft. Dass dies eine falsche Bezeichnung ist, sagt schon der Name des „Piloten“, der kein „Pilot“ mehr ist, sondern „Operator“.

Ein Pilot sitzt in seinem Cockpit und ist selbst verantwortlich für seine Maschine und sein Handeln. Ein Operator kommuniziert mit der Software seiner Drohne, die meist völlig eigenständig ihre per GPS vorherbestimmte Bahn abfliegt.

Und eben diese Software der Drohne „denkt“ immer selbständiger für „sich“, um die Zeit zu überbrücken, die ein Funksignal für den Weg zwischen der Drohne und dem Operator benötigt. Kurz: Es ist ein weiterer Schritt,um den Faktor Mensch samt Gewissen aus dem Geschehen herauszunehmen. Menschen könnten ja mal hinterfragen, ob jetzt wirklich die 25. „rechte Hand Bin Ladens“ gerade „aus dem Spiel genommen“ – gemeint ist natürlich getötet – wurde. Um wie viel leichter ist es für den Operator, wenn die Drohne funkt „Ziel erkannt, schießen oder nicht“, aus der Ferne den Auslöser zu drücken.

Seit dem G8-Gipfel in Heiligendamm ist klar, dass die Bundeswehr und ihre Überwachungsdrohnen grundgesetzwidrig zur Überwachung von Demonstranten eingesetzt werden.

Den Bürgern wurde die Vorratsdatenspeicherung als etwas Harmloses und nicht Spürbares verkauft. Bei Drohnen ist das sicher schwerer, denn Drohnen sind realer, sichtbar und hörbar! Nennen wir das Kind ruhig beim Namen:

Aufklärungsdrohnen sind ein Instrument zur Überwachung und nichts anderes! Und damit ein weiterer Schritt zu einem Überwachungsstaat, den sich die Stasi kaum besser hätte ausdenken können.

So richtig fies wird es, wenn wir unserem Verteidigungsminister Herrn de Maizière zuhören, wie er laut darüber nachdenkt, US-amerikanische Predator Drohnen anzuschaffen. Diese können nämlich beides: überwachen und schießen. Es gibt Gebiete in Pakistan und Afghanistan, die unter andauernder Überwachung und Beschuss von bewaffneten Drohnen stehen (nachzulesen im Bericht des Institutes für Menschenrechte und Konfliktforschung der Uni Stanford „Living under Drones“ http://livingunderdrones.org).

Niemand kann es aushalten, wenn 5–6 mal am Tag eine Drohne vorbeikommt und man nicht weiß, ob man wohl der Nächste sein wird, dem eine Hellfire-Rakete durch die Tür geflogen kommt. Kurz gesagt, bewaffnete Drohnen sind ein Terrorinstrument gegen die Bevölkerung und sicher keines, um Terrorismus zu bekämpfen.

Was kommt wohl als Nächstes? Ich kann‘s Euch sagen: Die Drohnen kommen auf den Boden. In Israel wird die „Guardium“, eine Kreuzung aus einem Quad und einem Panzer, zu Patrouillenfahrten an der Grenze zum Gaza-Streifen eingesetzt. Und Samsung hat den „Security Guard Robot“ entwickelt, der mit einem Maschinengewehr bewaffnet und in der Lage ist, Feinde automatisch zu erkennen und zu bekämpfen.

Herr de Maizière, sicher verkauft Israel oder Samsung Ihnen auch diese technologischen Spitzenprodukte, damit unser Land schön überwacht und sicher bleibt. Und ein paar Polizistenstellen könnten sicher auch eingespart werden, das freut doch sicher auch Ihre Kollegen Innenminister, ihr sie könnt doch so gut miteinander.

Schönen Dank auch.

Foto: Jim GordonCC-BY

Hinweis: Dieser Kommentar wurde von Dirk Marky geschrieben und stellt nicht notwendigerweise die Meinung des ganzen Landesverbandes dar. Alle Mitglieder können Kommentare über das entsprechende Formular bei der SG Digitale Medien einreichen.


Kommentare

3 Kommentare zu Drohnen unter und über uns

  1. Kritiker schrieb am

    Oh mein Gott. Dieser Kommentar ist viel zu polemisch und strotzt nur so vor Schreibfehlern. Sehr schade bei der Ernsthaftigkeit des Themas. Habt ihr niemanden, der die Texte lektoriert?

  2. Thomas Rauter schrieb am

    Soviel Blödsinn, habe ich schon lange nicht mehr von Piraten lesen müssen.

    MFG
    T.Rauter

  3. Wolfgang schrieb am

    Polemik tut Not. Rechtschreibfehler? Keine besseren Argumente? Mir hat der Artikel gefallen. Er hat einiges der Problematik deutlich gemacht. Ein Schwachpunkt in meinen Augen ist das immer wieder angeführte Argument der anonymen Tötungsmöglichkeit. Wie wenn Soldaten sich je, bis auf Ausnahmefälle, Befehlen widersetzt hätten …

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Dirk Marky ist seit 2009 Mitglied der Piratenpartei und unser Direktkandidat in Bayreuth für Bundestag.

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