Bayern

Der Anonymisierungsdienst AN.ON startet den kommerziellen Betrieb

Das populäre Internet-Anonymisierungstool JAP erhält einen neuen Namen und eine neue Plattform: Die aus Mitgliedern des ehemaligen Forschungs- und Entwicklerteams von JAP gegründete JonDos GmbH mit Sitz in Regensburg wird nun, nachdem die öffentliche Förderung des AN.ON-Projektes ausgelaufen ist, den Dienst und dessen Entwicklung kommerziell weiterführen. JAP wurde dazu in JonDo umbenannt, AN.ON in JonDonym.

AN.ON, der Anonymisierungsdienst, und JAP, das dazugehörige Client-Programm, wurden ursprünglich an den deutschen Universitäten TU Dresden, FU Berlin und Universität Regensburg entworfen und entwickelt. Rechtlich unterstützt wurde das Projekt durch das Unabhängige Landeszentrum für Datenschutz (ULD) Schleswig-Holstein. Die Besonderheit dieses Dienstes ist, dass nicht einmal die Betreiber selbst technisch dazu in der Lage sind, die Identität (IP-Adresse) einzelner Nutzer aufzudecken, sofern nicht alle Betreiber einer Anonymisierungskette (Mixkaskade) zusammenarbeiten. Dieses Prinzip stellt den weltweit höchsten Standard bei der Internet-Anonymisierung dar.

Während immer noch kostenlose AN.ON-Dienste unter anderem durch das ULD, die TU-Dresden und den Chaos Computer Club angeboten werden, wird die Mehrzahl der Server ab jetzt kostenpflichtig sein. Dafür sind die neuen Anonymisierungsketten länger als bisher (typischerweise drei Rechner) und werden von Organisationen aus verschiedenen Nationen betrieben (zur Zeit Deutschland, Großbritannien und Thailand). Die Server sind außerdem durchgehend schneller und redundanter ausgelegt als das bisherige System. Die gesamte Software (Client und Server) wird nach wie vor quelloffen und frei nutz- und änderbar bleiben.

Die Nutzer (JonDonauten) zahlen im Voraus für eine bestimmte Menge Datenvolumen, das sie dann auf allen Mixkaskaden des Dienstes „absurfen“ können. Eine Verkettung von zahlenden Nutzern und aufgerufenen Webinhalten wird bereits auf technischer Ebene ausgeschlossen. Durch die Vorausbezahlung erhebt das Unternehmen keinerlei Nutzerdaten, da es diese nicht benötigt.

Die Piratenpartei unterstützt das Projekt JonDos, insbesondere ist der
Landesverband Bayern aktiv mit einem eigenen Anonymierungsserver am
Projekt beteiligt. Nachdem der ursprüngliche Hoster der Piratenpartei, 1blu, ohne Vorwarnung oder Begründung den Server abgeschaltet hat
(wir berichteten), ist der bayrische Landesverband zur Zeit dabei, bei einem anderen Anbieter einen neuen Anonymisierungsserver aufzusetzen. Sobald dieser online geht, wird dies hier bekannt
gegeben.

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