Piratenpartei Bayern erhält Großspende von Rainer Langhans

Der bekannte „Alt-68er“ Rainer Langhans hat der Piratenpartei Bayern eine Spende in Höhe von 20.000 Euro übergeben. In einem Gespräch mit dem bayerischen Landesvorsitzenden Stefan Körner am 25. November informierte er sich aus erster Hand über Ziele und Herausforderungen bei den Piraten. Er bekundete große Sympathie für die revolutionären und chaotischen Elemente in der Piratenpartei, die er durch seine Spende unterstützen wolle.
Stefan Körner dankte Langhans stellvertretend für den Landesverband: „Ich habe ihm versprochen, dass wir nicht wie die etablierten Parteien werden und wie er hoffe ich, dass wir durch eine neue Art der Politik zu einer besseren Welt beitragen.“ Körner ergänzt: „Ein anderer, gleich großer Teil seiner Dschungelcamp-Gage soll an Julian Assanges Verteidigungsfonds gehen. Wir fühlen uns in bester Gesellschaft, da die Forderung nach Straffreiheit für Hinweisgeber in unserem Parteiprogramm steht. Zugleich interessierte er sich für den Aufbau einer Parteistiftung der Piraten.“
Die Mittel werden für politische Arbeit in Bayern eingesetzt, unter anderem zur Einrichtung einer Geschäftsstelle der Partei in München und der Ausrichtung mehrerer programmatischer Parteitage in Vorbereitung auf die Wahljahre 2013 und 2014.

Kommentare

36 Kommentare zu Piratenpartei Bayern erhält Großspende von Rainer Langhans

  1. Stefan O. schrieb am

    Ach nach genug Jahren werden die Piraten genauso etabliert wie Die Grünen sein…

    • sauerkreatur schrieb am

      das sollte man differenzierter sehen und es sich nicht zu einfach machen. Die Grünen sind in so weit etabliert, dass Ihr Kampf für den Umweltschutz von immer mehr Wählern als notwendig erkannt wird, ihr bärte nicht mehr so lang und ihre Klamotten nicht mehr so bunt sind.

      Die Grünen haben sich aber andere Strukturen geschaffen als die klassischen Parteien (Doppelspitze; Frauenquote; Trennung Amt/Mandat; Antragsstellungsverfahren; Finanzierung). Das ist aber entscheidend und führt auch zu einer anderen Politik.

  2. Philip schrieb am

    Aber bei Assanges Verteidigung geht es doch um sexuelle Nötigung und nicht um Whistleblowing. Warum sieht sich die Piratenpartei Bayern da in „bester Gesellschaft“?

  3. ihdl schrieb am

    ich bin von dieser nachricht doch ziemlich irritiert. die piraten bayern sehen sich in „bester Gesellschaft“ mit assanges verteidigungsfonds, „da die Forderung nach Straffreiheit für Hinweisgeber in unserem Parteiprogramm steht.“ bei assange geht es um sexuelle nötigung und belästigung, nicht um whistleblowing. muss ich das so verstehen, dass die piraten bayern die vorwürfe gegen assange für eine verschwörung halten?

    • Sebastian schrieb am

      Wieso nicht? Das Eine hat auch mit dem Anderen zu tun.

      Vielleicht wollte man Assange einfach nur diskreditieren.

      Ausserdem ist der Vergewaltigungsbegriff in Schweden ein Schlag ins Gesicht für alle wirklich vergewaltigten Frauen und nicht mit unserem Rechtsverständnis vereinbar.

  4. Martin schrieb am

    Lieber Aleks, liebe Piratenpartei Bayern,

    mögt ihr mir erklären was die Straffreiheit für Hinweisgeber mit dem Julian Assanges Verteidigungsfond zu tun hat?

  5. devastating_dan schrieb am

    „Körner ergänzt: “Ein anderer, gleich großer Teil seiner Dschungelcamp-Gage soll an Julian Assanges Verteidigungsfonds gehen. Wir fühlen uns in bester Gesellschaft, da die Forderung nach Straffreiheit für Hinweisgeber in unserem Parteiprogramm steht.“

    Insgesamt ne gute Sache, diese Spende, aber:
    Bei der Verteidigung von Assange geht es nicht um whistleblowing sondern um mehr oder weniger private Geschichten. Fände das Geld für Manning besser angelegt. Und obige Aussage kann ich deshalb so nicht unterschreiben…

  6. Helga schrieb am

    Äh, der „Julian Assange Verteidigungsfond“ sammelt doch Geld spezifisch für sein Verfahren in Schweden wegen sexueller Nötigung und Vergewaltigung. Mit Whistleblowing hat das nichts zu tun.

    • Sebastian schrieb am

      Doch…er hat halt zuviel gewhistelblowed, und so will man ihn wahrscheinlich aus dem Verkehrt ziehen, in dem man Feministinnen benutzt gegen ihn offenbar falsche Verdächtigungena uszusprechen.

  7. sauerkreatur schrieb am

    hehe.. naja gut – vllt werden die piraten ja die partei der widersprüche; (letztes klingt ja schon sehr nach etablierten parteien)

    “Ich habe ihm versprochen, dass wir nicht wie die etablierten Parteien werden“

    vs.

    „Die Mittel werden für politische Arbeit in Bayern eingesetzt, unter anderem zur Einrichtung einer Geschäftsstelle der Partei in München und der Ausrichtung mehrerer programmatischer Parteitage in Vorbereitung auf die Wahljahre 2013 und 2014.“

  8. Oppi schrieb am

    Julian Assange ist nicht wegen Wikileaks angeklagt, sondern wegen Vergewaltigungsvorwürfen.

    Das Geld wäre bei Bradley Manning besser aufgehoben, der ist immerhin wirklich selber „Hinweisgeber“ …

    • Haderlump schrieb am

      Es gibt bisher keine Anklage gegen Assange, sondern nur einen Vorwurf wegen sexueller Belästigung in einem minderschweren Fall. Und ohne Wikileaks wäre diese Farce schon lange eingestellt worden, und einen europäischen Haftbefehl hätt’s nie und nimmer gegeben.
      Somit ist das Verfahren wegen Assange indirekt sehr wohl von Wikileaks und Whistleblowing beeinflusst.

      • Manuel schrieb am

        Haderlump, woher beziehst du deine Informationen? Von Assanges Public Relations Maschine die er aus seinem Verteidgungsfond finanziert?

        Es geht nicht um „sexuelle Belästigung in einem minderschweren Fall“ oder „överraskningssex“, es geht um sexuelle Nötigung und Vergewaltigung. Jemand der bekannt dafür ist keinen festen Wohnsitz zu haben, monatelang unterzutauchen und derart im öffentlichen Interesse steht, kann auch ganz ohne CIA Verschwörung damit rechnen dass es einen europäischen Haftbefehl gibt.

        Ich verstehe nicht warum man JAs Farce sich so lang wie möglich dem Rechtsstaat zu entziehen und sein Borkowski PR Team beim Untergraben desselben unterstützen muss.

        Es gilt die Unschuldsvermutung, es gilt aber auch das Recht auf einen fairen Prozess und die Pflicht der Strafverfolgung. Wer sowenig Vertrauen in unser europäisches Rechtssystem hat, dass er eine Verschwörung für plausibler hält als ein „stinknormales“ Verfahren ist vielleicht ausserhalb des Parteiensystems besser aufgehoben.

        • Sebastian schrieb am

          Vertrauen in unser europäisches Rechtssystem???

          Der war echt gut.

          Wenn es etwas in Europa gäbe, was den Namen Rechtsstaat verdient hätte, dann würden Blair, Schörder und Fischer in Den Haag sitzen

          • Sebastian schrieb am

            PS:
            Wäre das vielleicht nicht auch mal ein Wahlziel der Piraten, alle Förderer dieser Angriffskriege zur Rechenschaft zu ziehen?

            Oder wollt ihr euch nicht mit den Etablierten anlegen?

        • Pump schrieb am

          Der Begriff Vergewaltigung wird selbst von den Opfern nicht verwendet. Es wird ihm vorgeworfen, dass ein Kondom beim einvernehmlichen Sex verschwunden ist. Das ist in keinem anderem Land der Welt strafbar.
          Der Verdacht besteht, dass Schweden den Aufwand der Auslieferung nur betreibt, um JA sofort in die USA abzuschieben, wo er dann wegen Whistleblowing angezeigt werden soll.

  9. Skreee schrieb am

    Und wenn euch nochmal jemand fragt „Sagt mal, warum habt ihr eigentlich sowenige Frauen in der Partei?“, dann könnt ihr sagen: genau wegen solcher Aktionen.
    Und wenn ihr euch nochmal fragt „Warum wäre es denn überhaupt wichtig, mehr Frauen in der Partei zu haben“, dann könnt ihr sagen: genau wegen solcher Aktionen.

    • Stefan Scholl schrieb am

      Die Piratenpartei hat keine Daten über die Geschlechterverteilung der Mitglieder.

      Bei solchen Missinformationskampagnen muss sich die EMMA nicht wundern wenn sie von so wenigen Männern gelesen wird …

  10. Verschwörungstheorie, nicht Sexismus. Wenn der Fall wirklich so ist wie öffentlich dargestellt, kann man in der Tat am europäischen Haftbefehl zweifeln. Aber der Vorwurf der sexuellen Nötigung steht nun mal im Raum.

    Vielleicht sollten sich alle Typen, die üblicherweise mal schnell den Schwanz ungefragt wo reinstecken, mal anfangen nachzudenken, anstatt rumzuheulen. Ich würde niemand wegen sowas anzeigen. Andere schon, und das ist ihr Recht.

  11. don bodo schrieb am

    nun, wenn einige der fleißigen Kommentatoren von der Schäumenden Oberfläche der hauptströmunsfolgsamen Medienberichterstattung herunter kämen, wäre es ihnen vielleicht ersichtlich, dass es sich bei der Anklage gegen Herrn Assange durchaus darum handelt, ein Medium, dass sich der Informationen von „Hinweisgebern“ widmet, zu diskreditieren, was ja offenbar auch zu einem guten Teil funktioniert hat.

    Zwar hätte ich es auch besser gefunden, das Geld Bradley Manning zu Gute kommen zu lassen, denn der kann nicht bei reichen Kumpels unterschlüpfen, aber hier jetzt auf den „Assange ist ein Grapscher“ Zug aufzuspringen halte ich für thematisch ziemlich fragwürdig.

    auf jeden Fall Danke an Rainer, wir können jeden Groschen gebrauchen.

    • Sebastian schrieb am

      Nunja da gibts viele, angefangen vom Dalai Lama bis zum Kennedy, die mehr oder weniger Hitler verehrt haben.

    • Sebastian schrieb am

      Im Prinzip hat Langshans dieses ja auch ohne Wertung gesagt.

      Der Typ in V wie Vendetta ist ja auch so eine Art spiritueller Führer…

      Ob im bösen oder im Guten ist eine völlig andere Geschichte.

  12. Stephan Eisvogel schrieb am

    Es sollte in dem Zitat allein um die Ähnlichkeit der von Langhans unterstützten Zwecke „Wikileaks“ (mit Assange, Manning als Gallionsfiguren) und „Whistleblowing“ (Piraten-Parteiprogramm) gehen. Dass es speziell bei Assange um Vorwürfe sexuellen Fehlverhaltens geht, ist leider aufgrund eines Gedankensprung und durch vollkommene Mißachtung dieser Tatsache durchgerutscht. In keinster Weise sollten die publizierten Vorwürfe gegen Assange heruntergespielt, verharmlost oder gar Frauen in solchen Situationen verunglimpft werden. Zwar kann ich nicht für die Bayern-Presse sprechen, bitte als Mitverfasser der Mitteilung jedoch um Verzeihung, dass es hier zu dieser Möglichkeit einer Missdeutung gekommen ist.

    • Sebastian schrieb am

      Man sieht ja was bei Kachelmann rumkam

      Kann doch nicht euer ernst sein einer Frau zu glauben die solchen Blödsinn erzählt, nur weil sie ne Frau ist.

      Ich habe in einem Rechtsanwaltsbüro gearbeitet…fast jede 2. Vergewaltigunsganzeige war eine Falschbeschuldigung.

      Niemand erweist Frauen einen größeren Bärendienst als die Falschbeschuldigerinnen, dass muss auch mal zur Sprache kommen udn darf nicht vom Tisch gewischt werden, dass manchen Frauen dieses als Waffe einsetzen.

  13. Symm schrieb am

    Es ist doch gar nicht der Punkt, was genau Assange getan oder nicht getan hat. Fakt ist, dass das niemand von uns weiss, und solange das niemand von uns weiss, ist es ein Schlag ins Gesicht aller Überlebenden sexueller Gewalt, einen auf diesen Vorwurf gerichteten Verteidigungsfond als Partei positiv hervorzuheben. Und ja, sich damit „in bester Gesellschaft“ zu fühlen ist eine positive Bewertung dieses Fonds.

    Es geht auch nicht darum, dass ihr Assange jetzt offiziell verteufeln sollt, sondern darum, neutral in dieser für uns nicht zu beurteilenden Sache zu bleiben. Es ist doch nicht zu schwer, zwischen einer Unterstützung von Wikileaks (bitte, gerne, toll!) und einer Unterstützung von Asssange in dieser speziellen Sache zu unterscheiden, dass ist doch völlig offensichtlich!

    Und ja, wenn Menschen in solchen Angelegenheiten schon bei trivialster Logik failen, machen sich andere halt Gedanken darüber, von welchem Standpunkt aus man auf so absurde Ansichten kommt…

  14. Sprechsucht schrieb am

    Mal zur Klarstellung, warum Langhans an den Verteidigungsfond spendet ein Zitat von ihm:
    „Mit Wikileaks ist das ein Problem, weil alle Spenden verhindert werden. Man kann nur in den unmittelbaren Verteidigungsfond von Julian Assange spenden, der ist noch nicht von den blöden Banken gesperrt.“
    Außerdem:
    Solange an eine Spende keine Bedingungen gebunden sind, ist es egal, woher das Geld kommt. Die Piraten brauchen jeden Cent. Dass das Geld aus dem Dschungelcamp stammt, macht es nicht schlecht.
    Und sollte es wirklich mal „böses“ Geld geben, wird das eben einem guten Zweck weitergeleitet.

  15. andy98 schrieb am

    Der gute Rainer Langhans ist schon seit den 70iger Jahren des letzten Jahrhunderts für seine skurilen Einfälle (Happening in der Kommune bis „Dschungel-Camp“)und seine realitätsfernen politischen Ansichten und Konzepte bekannt. Ich finde es nett, dass er uns eine Spende gemacht hat. Ich glaube allerdings nicht, dass er noch nützliche Beiträge zur Lösung der Probleme, die wir im jetzt begonnenen Informationszeitalter haben, leisten kann. Wie schon Marx sagte: „Das Sein bestimmt das Bewußtsein!“ und da sehe ich Rainer eher in der Vergangenheit als in der Zukunft.

  16. Xavier schrieb am

    Seltsam, dass zwar Assange in diesem Zusammenhang ein Thema ist, jedoch nicht die Tatsache, dass Langhans sich gleich nach dem ‚Dschungelcamp‘ für ein widerwärtiges rechtsextremes Magazin interviewen lässt.
    Auch seine seltsamen eso-schwurbeligen Verharmlosungen der Person Hitlers sollten nicht in Vergessenheit geraten.

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