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Viel Wind ohne Nutzen

Für einen Sturm im Wasserglas sorgt die derzeitige Debatte um die Ausbaurestriktionen für Windkraft in unserem Land, wo doch eigentlich der Wind vernünftigen Nutzen bringen sollte. Völlig zurecht plädiert Prof. Michael Sterner für den Erhalt des maximalen Ausbaus an Windkraft im Land, um für ausreichend Strom für die Zukunft unseres Landes aus Eigenproduktion zu sorgen. Die Möglichkeit der durch kommunalen Beschluß aufhebbaren Abstandsfläche ist weitgehend überflüssig und bietet lediglich den Nachbargemeinden Schutz vor unerwünschten Windrädern. Und genau darin liegt der Denkfehler: Was würde geschehen, wenn eine Gemeinde die 10-Horst-Regel aufhöbe und beschlösse, Windräder an der Gemeindegrenze in 800 Metern Abstand zur Nachbargemeinde zu bauen, wessen Abstand würde dann gelten?
Hätten wir dann die nächste ABM-Maßnahme für Anwälte?

Windräder verschandeln die Landschaft nicht wesentlich mehr als Strommasten, ganz im Gegenteil; wenn wir die Wahl haben, dann lieber Windräder und lokale Großspeicher als Stromtrassen. In einem Punkt allerdings ist Kritik an Prof. Sterners Standpunkt legitim: Der Flächenbedarf für Photovoltaik als Alternative mag zwar brutto höher liegen, als der für Windkraft, Photovoltaik jedoch hat den ungeheuren Vorteil, weder neue Flächen zu beanspruchen noch Abstandsflächen zu Siedlungen einhalten zu müssen.

Weit über 10 % Bayerns sind versiegelt: durch Gebäude mit Dächern, Parkplätze, Straßen und Bahntrassen. Diese Flächen würden spielend für so viel Photovoltaik reichen, dass wir sogar an sonnenarmen Tagen noch nahe an die Vollversorgung kämen. Allein, es fehlt jegliches Konzept, diese Flächen nutzbar zu machen. Warum erheben wir nicht endlich eine Steuer auf CO2, und komplementär eine kommunale Abgabe auf Flächen, die trotz bestehender Versiegelung nicht zusätzlich für Stromerzeugung aus Photovoltaik genutzt werden?
Warum verpflichtet Grundeigentum eigentlich nach wie vor nicht zum Beitrag für die Allgemeinheit?
Warum wählen wir mehrheitlich noch immer die Sorte Parteien und Politiker, die das eine Versprechen und dann das andere umsetzen, wie Sigmar Gabriel, Angela Merkel oder Horst Seehofer?
Denen nichts besseres einfällt, als die nachhaltigsten Technologien ausgerechnet dann aus dem Angebot zu drängen, wenn diese endlich rentabel werden? „Horst Hilf“ nützt uns gar nichts. Der wird in seiner Karriere nichts mehr richten, das sollte auch noch der letzte Konservative inzwischen gemerkt haben.

Zunächst sollte das Potential der Photovoltaik wirksam ausgenutzt werden, ehe weitere Energie im Streit um Windkraft vergeudet wird. Dazu gehört auch massive Speicherung, die mittlerweile technisch möglich und bereits wirtschaftlich ist. Wir sind nicht mehr Vorreiter, wir laufen längst auf allen energiepolitisch relevanten Gebieten hinterher oder gar in die entgegengesetzte Richtung.

Drehen wir endlich um und sorgen dafür, dass die bereits vorhandenen Grundlagen von Sigmar Gabriel, Horst Seehofer, Angela Merkel und ihrer Gefolgschaft nicht wieder zerstört werden.

Symbolbild: Wind turbines Dirk Ingo Frankeby-sa

Hinweis: Dieser Kommentar wurde von Thomas Blechschmidt geschrieben und stellt nicht notwendigerweise die Meinung des ganzen Landesverbandes dar. Alle Mitglieder können Kommentare über das entsprechende Formular bei der SG Digitale Medien einreichen.

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