Vor genau einem Jahr ließ der UN Generalsekretär Ban Ki-moon in einer Botschaft übermitteln: „Wir begehen den Welttag der sozialen Gerechtigkeit und doch gibt es immer noch viel zu viele Orte auf der Welt, an denen sich nur wenige Menschen über ein Mehr an Möglichkeiten freuen können, die meisten Menschen aber unter wachsender Ungleichheit zu leiden haben.“
Ich denke, dass der UN Generalsekretär hier aus Höflichkeit untertreibt und dieser Missstand an fast allen Orten dieser Welt herrscht.
Das Thema „Soziale Gerechtigkeit“ ist nichts, was durch unnötige Grenzen eingeschränkt werden sollte, und besonders an deren Welttag blicke ich daher über Bayern hinaus.
Am dramatischsten zeigt dies die Vermögensverteilung auf der Welt: Das oberste Zehntel der Weltbevölkerung besitzt 85% des Gesamtvermögens. Das Vermögen des untersten Zehntels macht einen kaum messbaren Anteil aus.
Die Zahlen werden noch deutlicher, wenn wir sie noch genauer betrachten: Ein Prozent der Weltbevölkerung besitzt 40%, während gleichzeitig die ärmeren 50% der Menschheit nur
1% des Gesamtvermögens besitzen.
Ja, ich weiß, das sind alles schon bekannte Fakten, aber ich wollte sie wieder einmal ins Gedächtnis rufen. Es gibt Menschen, die nicht wissen, was sie mit ihrem Überfluss anstellen können, und gleichzeitig sterben andere, weil sie nichts zu essen haben. Das klingt nicht nur nach Kapitalismuskritik, es ist auch eine.
Denn dieser Kapitalismus tötet.
Und er tötet nicht nur in weit entfernten Ländern, sondern auch vor unseren Haustüren. Oft nicht so direkt, sondern schleichend und verdeckt.
Er zeigt sich, wenn Menschen zu „Tafeln“ gehen müssen, um unverkäufliche Lebensmittel zu bekommen, wenn Jugendliche Angst vor der Zukunft haben, weil sie nicht wissen, mit welchem Job sie genug Geld verdienen können, um auszukommen, und wenn Menschen für einen Stundenlohn arbeiten, der nicht einmal zum Leben, geschweige denn für eine Altersvorsorge reicht.
Das sind nur wenige Beispiele aus einem Bündel von Missständen, die jeden Tag auch in Bayern existieren.
Wir Piraten haben keine neue Idee entwickelt, aber wir haben eine für uns entdeckt: Die des Bedingungslosen Grundeinkommens, kurz BGE. Und dies nicht nur als eine innerstaatliche Lösung, sondern auch als denkbare Option für Europa oder gar weltweit.
Ja, das ist eine Mammutaufgabe, wenn man betrachtet, wie viel Missgunst und falscher Egoismus existiert. Aber sie ist notwendig für uns alle. Und wir müssen es „nur“ tatsächlich anpacken und ausprobieren. Die Ziele sind simpel:
Kein Mensch soll in Armut leben, verzweifelt sein über die Ist-Situation und mit Angst vor der Zukunft.
Menschen soll die Möglichkeit gegeben werden, sich zu verwirklichen, ihren Ideen und Träumen nachzugehen, ohne hungern zu müssen und ihre Miete nicht zahlen zu können.
Und ja, das wäre alles finanzierbar. Und ja, es würden immer noch reiche Menschen existieren. Sie wären einfach nur weniger reich als jetzt.
Sie wüssten immer noch nicht, was sie mit dem Überfluss machen sollen, aber es würden keine Menschen mehr wegen ihres Reichtums sterben.
Hinweis: Dieser Kommentar wurde von Jan Kastner geschrieben und stellt nicht notwendigerweise die Meinung des ganzen Landesverbandes dar. Alle Mitglieder können Kommentare über das entsprechende Formular bei der SG Digitale Medien einreichen.


2 Kommentare zu “Zum UN Welttag der sozialen Gerechtigkeit”