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Toleranz und Aufklärung schon in der Schule

Im Nachbarbundesland Baden-Württemberg stehen momentan die Pläne der rot-grünen Landesregierung, sexuelle Vielfalt in den Lehrplan der weiterführenden Schulen aufzunehmen, in der öffentlichen Kritik. Eine Petition, die erschreckenderweise im Netz tausende Unterstützer finden konnte, möchte die Behandlung verschiedener sexueller Lebensentwürfe und sexueller Identitäten im Schulunterricht verhindern.

Sexualkunde im Schulunterricht ist ein sensibles Thema und eines, in dem dringender Reformbedarf besteht. So ist es in Bayern immer noch üblich, den Sexualkundeunterricht an weiterführenden Schulen an externe, meist christliche, Träger auszulagern – mit dem Ergebnis, dass Sexualität auf sehr konservative Art und Weise behandelt wird. Grade bei pubertierenden Jugendlichen ist aber eine umfassende Aufklärung über verschiedene sexuelle Identitäten und Lebensentwürfe maßgeblich, um sie mit ihrer eigenen körperlichen und sexuellen Entwicklung nicht alleine stehen zu lassen.

Deshalb haben die Piraten in Bayern schon letztes Jahr ein Update des schulischen Sexualkundeunterrichts gefordert: SchülerInnen sollen Mitspracherecht bekommen, wer an ihrer Schule den Sexualkundeunterricht halten soll, externe Träger und Lehrpersonal sollen regelmäßig geschult und mit aktuellem Material versorgt werden, und das Thema Pornografie soll im Unterricht behandelt werden dürfen.

Dass die Piraten in Bayern sich hinter das Grundsatzprogramm der Piraten stellen, ist dabei selbstverständlich. Dieses sagt:

Alle Menschen haben gleiche Rechte – unabhängig von ihrem biologischen und ihrem gelebten Geschlecht (Gender). Das traditionelle Geschlechtermodell und seine Rollenbilder werden vielen Menschen, insbesondere Transsexuellen und Intersexuellen, nicht gerecht. Wir Piraten lehnen daher die staatliche Erfassung des Geschlechts ab. Jeder Mensch hat das Recht auf eine gleichwertige Behandlung durch Staat und Gesellschaft.

Gleiche Rechte bedeutet natürlich auch, dass über Geschlechtermodelle und sexuelle Identitäten gesprochen werden darf, dass sie sichtbar gemacht werden und so zu einer Normalität der Vielfalt werden. Dafür stehen die Piraten – in Bayern wie in Baden-Württemberg.

Hinweis: Dieser Kommentar wurde von Tina Lorenz geschrieben und stellt nicht notwendigerweise die Meinung des ganzen Landesverbandes dar. Alle Mitglieder können Kommentare über das entsprechende Formular bei der SG Digitale Medien einreichen.

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