Bayern

Schwedischer ISP legt IPRED fürs erste auf Eis

Das sich in Schweden die Content-Industrie und die Filesharer grade einen erbitterten Kampf liefern, dürfte spätestens seit dem Pirate-Bay-Prozess jedem klar sein. Der neuste Schlag auf die bösen Piraten ist IPRED, ein Gesetz welches den Rechteinhabern einen zivilrechtlichen(?) Auskunftsanspruch auf IP-Daten einräumt. Jetzt hat der schwedische Provider „Bahnhof“ fürs erste einen Strich durch die Rechnung gemacht. Er löscht einfach alle IP-Daten seiner Kunden, frei nach dem Motto: Was ich nicht hab, kann man von mir nicht verlangen.

Der Kern des Tricks ist einfach: Im Gegensatz zu Deutschland hat Schweden die Vorratsdatenspeicherungsrichtlinie noch nicht umgesetzt. Natürlich rollt sie auch dort unvermeidlich auf die Provider zu und macht das gute Ansinnen dann zunichte, aber die Botschaft ist klar.

Die Schweden haben eine ganz andere Mentalität zum anonymem File-Sharing, was schon die große Anzahl an Voranmeldungen für Piratebays IPREDator zeigt. Bahnhof zeigt mit seinem Vorstoß seinen Kunden ganz deutlich: „Wir stehen auf eurer Seite“ Wenn die andern Provider sich halten wollen, müssen sie nun überlegen ob sie mitziehen.

Die Content-Industrie versucht seit geraumer Zeit die ISPs mit ins Bot zu holen, entweder freiwillig oder über Lobby-Gesetze. Bis jetzt war die Erfarung in Europa (z.B. in Deutschland), dass die ISPs irgendwann einknicken, solang ihnen nur jemand die finanziellen Risiken abnimmmt.

Schön wäre wenn das Beispiel Schule macht: Provider und User gemeinsam gegen die Überwachungsgesetze, mit Datensparsamkeit, Anonymisierung und allen Mitteln die der zivile Ungehorsam hergibt.

Hinweis: Blogeinträge spiegeln lediglich die Meinung des Verfassers wieder und sind nicht zwingend Meinung der Piratenpartei.

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