Bayern

IFPI-Chef deklassiert sich im Zeugenstand

Update

Beim Prozess gegen The Pirate Bay sagte heute der Chef des Phono-Verbans IFPI John Kennedy aus. Eine Live-Mitschrift der Aussage, erstellt von Rick Falkvinge, zeigt dabei, dass die Content-Industrie lediglich alte Kamellen vorbringen kann, sich aber immer noch nicht ernsthaft mit den Argumenten der Gegenseite auseinander gesetzt hat.

Kennedy vertrat vor Gericht die Auffassung, dass sich Filesharing direkt negativ auf die Verkäufe der Industrie auswirkt. Zu diesem Zweck zitierte er 6 Studien, von denen einigen (wenn nicht alle) wahrscheinlich von der IFPI in Auftrag gegeben wurden, von denen 5 dies zweifelsfrei darlegen sollen. Auf die Frage nach belastbaren Fakten aus diesen Studien, wurde er stumm. Seine Versuche sich rauszureden wurden 2 mal von der Richterbank gerügt.

Es kamen einige interessante Fakten zum Vorschein. Unter anderen dass laut eigener Aussage von Kennedy 20% des Umsatzes der Musiklabels in die Pirateriebekämpfung gehen.

Ähnlich wie die Ankläger zeigte sich Kennedy als komplett untauglich dabei die Funktionsweise von Bittorrent zu erläutern oder woran er die Forderungen gegen The Piratebay fest macht.

Einen lustigen Fakt lieferte der Anwalt von Gottfrid. Kennedy sagte, Google arbeit eng mit ihm zusammen und wenn man in Google „ColdPlay“ eingibt, bekommt man 40 Millionen Treffer zu legalen Downloads, Presseberichten und Ähnlichem. Bei The Pirate Bay dagegen fände man nur ca. 1000 Links, die alle illegale Kopien darstellten. Gegen Ende erfolgte der Hinweis von der Verteidigerbank, dass die Suche auf Google nach „ColdPlay torrent“ 880.000 Treffer ergab und die Frage ob schon Schritte gegen Google eingeleitet wurden.

Update – Kleine Randnotiz:
Kennedy schien die Studie The Impact of Music Downloads and P2P File-Sharing on the Purchase of Music: A Study for Industry Canada anzugreifen, hat sie aber nie sachlich kritisiert sondern nur gesagt, das seither 5 andere Studien gemacht wurden, die das Gegenteil behaupten.

Ist das die Art der IFPI mit Studien die einem nicht in den Kram passen umzugehen? Einfach mal 5 andere bestellen, die das Gegenteil behaupten? Das zumindest ist mein Verdacht. Irgendwie muss man sich als Wissenschaftler schon schämen, wie käuflich manche Kollegen sind.

Hinweis: Blogeinträge spiegeln lediglich die Meinung des Verfassers wieder und sind nicht zwingend Meinung der Piratenpartei.

0 Kommentare zu “IFPI-Chef deklassiert sich im Zeugenstand

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.